Workshoptagung: Rassismus in Bewegung? Was jetzt zu tun ist!

Foto: strassenstriche.net CC By-NC 2.0

„Dagegen!“ …und dann?!
7. Workshoptagung für Bündnisse und Initiativen gegen Rechtsextremismus in NRW

Wann: Samstag, 18. Juni 2016, 10:30
Wo:
Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Universitätsstr. 12, Essen

Die Pegida-Demonstrationen haben sich seit Ende 2014 deutschlandweit mit unterschiedlicher Resonanz etablieren können. Die Stimmung bei diesen Veranstaltungen ist im Verlauf des vergangenen Jahres zunehmend aggressiver geworden. Von „besorgten Bürgern“ kann kaum mehr die Rede sein, zumal gerade die nordrhein-westfälischen Pegida-Ableger in Düsseldorf und Duisburg von Anfang an maßgeblich durch Akivist_innen aus dem Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) und einschlägig bekannter Neonazi-Kameradschaften geprägt waren. Extrem rechte Parteien wie Pro NRW und die NPD versuchen ebenfalls die „Abendspaziergänge“ zu nutzen, um sich zu profilieren.
Doch auch die AfD hat im Verlauf des vergangenen Jahres einen unverkennbaren Rechtsruck vollzogen und ist bemüht, sich in NRW seit Herbst 2015 durch eine offensive Demonstrationspolitik in Szene zu setzen. Mit Parolen wie „Asylchaos stoppen“ gelingt ihr dabei vereinzelt der Schulterschluss zwischen „Wutbürgern“, Verschwörungstheoretiker_innen und Neonazis. Entwickelt sich im Kontext der emotional geführten Debatten um Flucht und Asyl eine neue Bewegung von rechts? Welche Akteure treten hier neben den traditionell aktionsorientierten neonazistischen Strömungen und den schon seit Jahren agitierenden rechtspopulistischen Parteien auf den Plan? Wie ist es hierbei um die so genannte „Mitte der Gesellschaft“ bestellt? Wie lässt es sich erklären, dass rassistische Positionen immer offener und in zunehmend schrillem Tonfall geäußert werden?
Die Folgen dieser Entwicklung sind schon jetzt unübersehbar: Im Fahrwasser der rechten Mobilisierungen haben Übergriffe nicht nur auf Geflüchtete und deren Unterkünfte drastisch zugenommen. Auffallend und erschreckend zugleich ist die Beobachtung, dass sich viele der identifizierten und mutmaßlichen Täter_innen nicht aus den Kreisen bereits einschlägig bekannter extrem rechter Gewalttäter_innen rekrutieren, sondern vielmehr aus dem Spektrum des sich formierenden „Wutbürgertums“ stammen. Damit einher geht eine bislang beispiellose Verrohung der Ausdrucks- und Umgangsformen im Internet und in den Sozialen Netzwerken. Rassistische, antisemitische und islamfeindliche Pöbeleien verbinden sich dort immer häufiger mit unverhohlenen Gewaltfantasien.

Austauschen – vernetzen – voneinander lernen

Doch so erschreckend die Entwicklungen der letzten Monate auch sein mögen – überall in Nordrhein-Westfalen haben zivilgesellschaftliche Bündnisse kreative Proteste und effektiven Widerstand gegen extrem rechte und rassistische Provokationen organisiert.
Entgegen aller Behauptungen vom „Ende der ‚Willkommenskultur‘“ und der immer lauter werdenden „Das-Boot-ist-voll“-Rhetorik zum Trotz, setzen sich nach wie vor zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen für das Grundrecht auf Asyl und die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten ein.
Das kontinuierliche rassismuskritische, antifaschistische und zivilgesellschaftliche Engagement hat einen breiten Wissens- und Erfahrungsschatz hervorgebracht, der dazu beitragen kann, den sich formierenden rechten Strömungen und der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung etwas entgegenzusetzen.

Die Workshoptagung soll daher ein Forum bieten, sich auszutauschen, und sich zu vernetzen. Hierzu möchten wir herzlich einladen.

Um verbindliche Anmeldung bis zum 14. Juni 2016 per Brief, Mail oder Fax wird gebeten:
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW
c/o mobim im Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

tel.: 0251 – 492 7109
fax: 0251 – 492 7918

kontakt@mobim.info

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Das vollständige Programm und Informationen zur Anreise finden Sie im Anhang.

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Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold ist Arbeit und Leben DGB/VHS im Kreis Herford.

Seit 2008 wird die Mobile Beratung aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums gefördert, zurzeit im Rahmen des Projekts "Demokratie leben!". Seit Mitte 2013 besteht eine zusätzliche Förderung durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.